Es war kurz vor halb 7 am Morgen. Nur ein lautes Schnarchen, das sich wie Donnergrollen zur Decke erhob, durchbrach die sonst unberührte Stille im Don Bosco Heim. Wie aus dem Nichts erschien eine angsteinflößende Gestalt, gleich der schrecklichen Medusa, im Dunkeln des Schlafsaals der durchs Land ziehenden Lebensbefürworter. Doch anstatt des Blickes, der alles erstarren lässt, hatte unsere Medusa eine viel schrecklichere Waffe. Eine, die jeden aus einer noch so tiefen Starre herausreißen würde. Aus dieser drangen nun schrille Töne so laut an unsere sensiblen Ohren, dass unser Flehen um Gnade darin unterging.

Wie Sklaven wurden wir mit leerem Magen auf brutalste Weise dazu getrieben für unsere Peiniger eine Postwurfsendung herzustellen. Als dies überstanden war stärkten wir uns mit dem nötigen morgendlichen Mahl für die bevorstehende Postwurfaktion. Dabei wurden wir unfreiwillig und zufällig zu zweit zusammengewürfelt und in alle Himmelsrichtungen losgeschickt, um die zuvor produzierten Briefe in ganz Amstetten zu verteilen.

Zum Start der Mittagshitze machten wir uns dann auf den Höllenmarsch in Richtung Ybbs. In der größten Hitze, die diese Welt je erfuhr, wurden wir (grundlos) zu Höchstgeschwindigkeiten angetrieben, bis wir den Ort unsrer Mittagspause endlich unter schwersten Schmerzen erschöpft erreichten. Diese verschaffte uns mit Essen und Schlaf wieder genügend Kraft, um es mit der letzten Etappe des Tages aufnehmen zu können. Nachdem die Tortur des 20 (!!!) Kilometer Marsches überstanden war, kamen wir schließlich in Ybbs an, nur um festzustellen, dass die Organisation keine Duschen vorgesehen hatte und wir mit den Strömen der Donau ums Überleben ringen mussten, um uns nach dieser Tortur abzukühlen.

Ferdinand (16), Raphael (16), Paulo (15) und Peter (18)

 

PS: Die Pro Life Tour macht Spaß. Wir freuen uns auf die nächsten Tage. Bitte den Text nicht so ernst nehmen. Uns geht es gut.